Bücherecke
Hier möchte ich euch Bücher vorstellen, die ich gelesen habe und die ich weiterempfehlen möchte. Wenn ihr noch weitere Vorschläge habt, dann schreibt mir einfach.
Der Plan von der Abschaffung des Dunkels
von Peter Hoeg
Als er an Biehls Privatschule kommt, hat Peter schon sieben Waisenhäuser und Kinderheime hinter sich. Eigentlich gilt er als minderbegabt und unfähig zu stabilen Gefühlsbeziehungen. Aber einem zwei Jahre älteren Mädchen, Katarina, steckt er heimlich Briefe zu. "Augenblicke, die werden wie die Ewigkeit" steht darauf. Für den verhaltensgestörten kleinen August übernimmt er die Beschützerrolle und trifft sich immer öfter heimlich mit Katarina, um zu beraten, wie sie ihm helfen können. Katarina stellt seltsame Fragen: Warum hat die Schule August überhaupt aufgenommen? Warum haben alle Lehrer ihre Kinder von der Schule entfernt? Und was hat Augusts Aufnahme mit den übrigen Veränderungen zu tun - mit den verschärften Sicherheitsmaßnahmen und den psychologischen Tests? Dahinter scheint ein geheimer Plan zu stecken...
Fazit: Peter Hoegs neuer Roman geht unter die Haut - als Anklage eines unmenschlichen Schulsystems, als philosophische Betrachtung über die Zeit, als autobiographische Bewältigung und als ganz zarte Liebesgeschichte.
Fräulein Smillas Gespür für Schnee
von Peter Hoeg
Grönländer, und seien es auch nur Halbgrönländer, haben es in Dänemark nicht leicht. Smilla Jaspersen, Tocher einer grönländischen Jägerin, ist arbeitslos. Außerdem gilt sie als skurril, unfreundlich und unnahbar. Ihren einzigen Freund, den kleinen, etwas verwahrlosten Jesaja - ebenfalls mit dem Makel der "falschen Herkunft" behaftet - trifft ein weit schlimmeres Schicksal: gerade sechs Jahre alt, stürzt er vom Dach eines Lagerhauses. Ist er tatsächlich gestürzt oder hat jemand nachgeholfen? Schließlich hat der Junge panische Höhenangst und traut sich selbst auf der sicheren Treppe zu Hause kaum in den dritten Stock. Aber warum sollte jemand ein Kind in den Tod stoßen? Kann man so jung sein und schon "zuviel" wissen? Und was bedeuten die Spuren im Schnee? Solche Überlegungen lassen Smilla keine Ruhe. Die Polizei belastet sich nicht mit derartigen Skrupeln. Sie will die Akten trotz aller Ungereimtheiten schließen. Trifft Smillas Kommentar: "Für die war das eben bloß ein Scheißgrönländer" den Kern der Sache? Sie glaubt es nicht und stellt weitere Nachforschungen an, obwohl mit allen Mitteln versucht wird, sie daran zu hindern. Als sie in Jesajas Versteck im Keller eine Kassette findet, auf der ein Mann in kaum verständlichem Eskimodialekt Wegbeschreibungen durch das ewige Eis abgibt, hat sie ihre erste Spur- und möglicherweise das in der Hand, hinter dem der oder die Unbekannten her sind.
Fazit: Jesaja aus Grönland ist sechs. Die Geschichte beginnt mit seinem mysteriösen Tod und endet im ewigen Eis nach einer lautlosen Jahgd, bei der alle alls riskieren. vor allem Smilla Jaspersen, eine ebenso exentrische wie empfindsame Frau. Fräulein Smilla hat ein Gespür für Schnee und Spuren, die sich darin abzeichnen. Und sie weiß, wie man einen Leser bis zur letzten Seite in den Bann schlägt.
Der Medicus
von Noah Gordon
Von Barbieren und Zahnbrechern, von Gauklern und fahrenden Spielleuten, weitgereisten Kaufherren, jüdischen Gelehrten und persischen Heilkundigen handelt dieser farbenprächtige Roman. Eingebettet in eine gelungene Mischung aus spannenden Abenteuern und kunstvoll verknüpften Schicksalen ist der dramatische Werdegang eines englischen Waisenjungen vom Badergehilfen und Landfahrer zu einem der wenigen akademisch ausgebildeten Ärzte seiner Zeit. Als neunjähriger wird Rob Jeremy Cole im Jahre 1021 von einem fahrenden Bader in seine Dienste genommen. Dieser gewitzte Mann ist nicht nur ein Allroundtalent, wenn es um den Verkauf seiner Elixiere und das Behandeln von Kranken geht, er ist auch ein genießerischer Lebenskünstler, von dem Rob sehr viel lernen kann. Und zudem lernt er, sich von der mächtigen Kirche in acht zu nehmen, da nicht wenige Bader, Chirurgen und Feldschere jener Tage als Hexer auf dem Scheiterhaufen enden. Durch einen jüdischen Arzt erfährt Rob von der Existenz der medizinischen Akademie in Isfahan, an der die berühmtesten Ärzte der damaligwn Zeit studiert haben. Obwohl dort nur Mohammedaner und einige Juden zugelassen sind, beschließt Rob, nach Persien zu reisen und alles daranzusetzen, in den Besitz dieses Wissens zu gelangen. Seine Reise dorthin quer durch den europäischen Kontinent, wird Jahre dauern und viele Jahre verbringt er dann als "Jude" unter den islamischen Bewohnern der persischen Metropole, bevor er als geprüfter Medicus wieder englischen Boden betritt. Er verfügt jetzt nicht nur über einmalige medizinische Kenntnisse, er kehrt auch mit einer Lebensgefährtin zurück, bei der er Erfüllung und Ergänzung findet.
Fazit: Ein schöner und wundervoller Roman über die frühen Zeiten der Medizin. Es ist an einigen Stellen etwas langatmig zu lesen, aber ich habe das Buch verschlungen. Sehr lesenswert.
Der Schamane
von Noah Gordon
Der Nachfahre des legendären Medicus, Rob J. Cole, muß seine schottische Heimat verlassen und als Arzt in Boston ganz von vorne anfangen. Wie eine Reliquie führt er das von Generation zu Generation weitervererbt Skalpell des berühmten Ahnen mit sich, und auch mit der seherischen Gabe der Coles, beim Anfassen der Hände den nahenden Tod eines Patienten zu erkennen, ist er gesegnet. Sein Unabhängigkeitsdrang führt ihn zu den Holzfällern in die Wälder Pennsylvanias und schließlichweiter nach Westen bis ins Tal des Mississippi. Um sich der Familientradition gemäß als Schafzüchter und Landarzt niederzulassen, erwirbt er mit jüdischen Freunden Land. Land, das früher den Indianern gehörte, die, wenn sie nicht verfolgt werden, nur noch als widerwillig geduldete Minderheit ihr Dasein fristen. Makwaikwa, die Prieserin und Medizinfrau der Sauks, vermittelt dem "weißen Schamanen" nicht nur wertvolles Wissen über die heilenden Kräfte der NAtur, sie wird auch unentbehrliche Helferin für seine Familie und seine Praxis, bis ein gräßliches Verbrechen ihrem geheimnisvollen Dasein ein Ende setzt. Doch verdüstert nicht nur der Mord an Makwaikwa das Leben der Coles; der jüngere Sohn bedarf wegen seiner Behinderung besonderer Fürsorge, und der beginnende Bürgerkrieg erschüttert das geordnete Leben der Arztfamilie und ihrer jüdischen Nachbarn.
Fazit: Eine spannende Fortsetzung zu Der Medicus, doch längst nicht so fesselnd.
Die Erben des Medicus
von Noah Gordon
Mit einem Roman, der in der heutigen Zeit spielt, bringt Noah Gordon seine Trilogie über die Ärztedynastie der Coles zu einem bewegenden Abschluß. Der Bostoner Hochaschullehrer Robert Jameson Cole, der Enkel Shamans, und seine Tochter Roberta halten die medizinische Tradition in der verzweigten Familie aufrecht. Noch immer wird das seit Jahrhunderten weitervererbte Skalpell des berühmten Ahnen wie eine kostbare Reliquie aufbewahrt. Auch die alte Gambe, die Robert Judson Cole 1839 aus Schottland mitgebracht hat, ist nach wie vor Gegwnstand der Verehrung und wird im Familienkreis häufig gespielt. Selbst die seherische Gabe der Coles, beim Anfassen der Hände eines Patienten dessen drohendes Ende zu erkenen, mannifestiert sich in Roberta aufs neue. Als Landärztin trifft Roberta inmitten der grünen Hügel von Massachusetts den Aussteiger David Markus aus New York. Der ehemalige Rabbi - er war Militärseelsorger in Vietnam und wurde dort körperlich und seelisch verwundet - sucht mit seiner Tochter Sarah auf dem Lande Zuflucht vor Alkoholproblemen und bestreitet als Immobilienmakler und Bienenzüchter Seinen Lebensunterhalt. Sehr zurückhaltend beobachtet Sarah, leidenschaftliche Sammlerin herzförmiger Steine, die Annäherung zwischen ihrem Vater und der neuen Ärztin. Und es wird das Schicksal dieses Mädchens sein, das über Robertas und Davids Zukunft entscheidet.
Fazit: Ein interessantes Ende der Trilogie, allerdings nicht mehr so spannend erzählt wie der erste Roman. Trotzdem lesenswert.
Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort
von Jostein Gaarder
An diesem heiligen Abend konnte Cecilie nicht draußen auf der Treppe zuhören, wie Weihnachten eingeläutet wurde. Sie war krank, und zwar nicht nur ein bißchen... Im Moment war Cecilie so krank, dass Weihnachtenihr wie eine Handvoll Sand vorkam, die ihr durch die Hand rieselte, während sie schlief oder nur halb wach war. Da erscheint ihr mitten in der Nacht ein Engel, ein hauchzartes Geschöpf. Ariel heißt der Besucher aus dem Jenseits, der fröhlich mit den Beinen baumelt und ganz unkompliziert mit dem jungen Mädchen zu plaudern beginnt. Ariel ist genauso neugierig wie seine kleine Freundin. Die todkranke Cecilie vergißt ihr Leiden, und bald schon stecken die beiden mitten in einer lebhaften Diskussion über das Sein und das Werden.
Fazit: Eine wunderschöne und zugleich traurige Weihnachtsgeschichte. Eine seltene Begegnung zwischen Himmel und Erde.
Das Weihnachtsgeheimnis
von Jostein Gaarder
Joachim will unbedingt einen Adventskalender. Doch alle sind bereits ausverkauft - bis auf einen. Der Buchhändler weiß selbst nicht, wie dieses alte, handgearbeitete Stück in seinen Laden kommt. Joachim ist überglücklich. Zu Hause öffnet er das erste Fenster. Heraus fällt ein kleiner, eng beschriebener Zettel. Die Geschichte, die Joachim entziffert, erzählt von einer seltsamen Pilgerreise, diein Norwegen in einen weihnachtlichen Kaufhaus mit dem Verschwinden ein kleines Mädchen beginnt. Jeden Tag gibt es einen weiteren Zettel mit der Fortsetzung der Reise. Aber wer hat sie geschrieben und wer ist das kleine Mädchen? Detektivisch fionden Joachim und seine ELtern immer mehr heraus, aber die Lösung bekommen sie erst am 24. Dezember.
Fazit: Eine spannende und interessante Reise, die mit jedem Tag weiter geht und mit jedem Tag rätselhafter wird. Ein schönes Buch für die Adventszeit. Mal ein anderer Adventskalender.
Sofies Welt
von Jostein Gaarder
Ein Roman über zwei ungleiche Mädchen und einem geheimnisvollen Briefeschreiber, ein Kriminal- und Abenteuerroman des Denkens, ein gescheites, geistreiches, witziges Buch, ein großes Lesevergnügen - und zu allem eine Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Es ist eine Reise in das Land des Denkens zwischen der antiken Philosophenschule von Athen und dem Königsberg von Kant, mit Lektionen in Briefen bei einem geheimnisvollen Lehrmeister, der gelegentlich seinen Botenhund Hermes vorschickt; und vor allem ein Eintauchen in eine Welt, die nicht von dieser Welt ist.
Fazit: Ein fesselndes Buch für jeden, der Interesse an der Philosophie und an der Entdeckung des Denkens hat. Sehr zu empfehlen für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.
Das Kartengeheimnis
von Jostein Gaarder
Der 12jährige Hans-Thomas reist mit seinem Vater per Auto nach Athen, um die Mutter zu suchen, die sie vor acht Jahren verlassen hat. Auf dem Weg in das Land der Philosophen bekommt Hans-Thomas in einem kleinen Dorf in der Schweiz ein Büchlein geschenkt, das von einer magischen Insel erzählt. Durch die Geschichte, die den Jungen nicht nur fesselt, sondern die er in sich aufnimmt, begibt sich Hans-Thomas auf eine gedankliche Reise in die Philosophie. Die Erlebnisse auf der Autofahrt, die Verfolgung der spannenden Geschichte von der Insel und die ganz eigene Philosophie des Jungen verbinden sich zu einer Gratwanderung von Phantasie und Wirklichkeit, zu einem aufregenden, geheimnisvollen Abenteuer.
Fazit: Drei Reisen auf einmal: eine Wirkliche nach Griechenland, eine Phantastische auf eine magische Insel und eine Gedankliche in die Philosophie. Je weiter diese Reisen fortschreiten, desto mehr verwickeln sie sich ineinander und desto realer werden sie. Genauso fessselnd wie Sofies Welt, aber einfacher zu lesen.
Der Pferdeflüsterer
von Nicholas Evans
Nach einem schweren Verkehrsunfall von Grace und ihrem Pferd Pilgrim zieht sich das 13jährige Mädchen hinter eine Mauer des Schweigens zurück. Mit jedem Tag versinkt das Mädchen, traumatisch berührt von dem Unfall und dem Schicksal ihres Pferdes, immer tiefer in ohnmächtige Trauer und blinde Wut. Bis ihre Mutter erfährt, dass es Männer gibt, die verstörten Pferden helfen können - sie werden Pferdeflüsterer genannt. Mit ihrer Tochter und dem fast nicht mehr zu bändigenden Pilgrim bricht Annie auf, quer durch den amerikanischen Kontinent zu Tom Booker. Er ist einer dieser Schamanen, und nach längerem Zögern erklärt er sich bereit, mit dem Pferd zu arbeiten. Er tut dies nicht nur aus Mitleid mit dem Tier und seiner jungen Besitzerin, sondern auch wegen Annie, zu der er sich stark hingezogen fühlt. Und so werden die Wochen in Montana alle für immer verändern .....
Fazit: Dieses Buch erzählt drei Geschichten auf einmal: die Geschichte eines jungen Mädchens, die ihr Pferd über alles liebt und ihm doch nicht helfen kann, die Geschichte einer unglücklichen Mutter, die verzweifelt Hilfe sucht für ihre Tochter und eine weite Reise wagt, und die Geschichte eines Mannes, der ein magisches Gespür für Tiere und Menschen hat.
Das Buch ist übrigens nicht mit dem gleichnamigen Film zu vergleichen. Es ist besser!!
Beach Music
von Pat Conroy
Beach Music - das ist die Musik, die erklingt, als die schicksalhafte Liebe von Jack McCall und Shyla Fox beginnt. Ihr Tanz in einem uralten Strandhaus, das von den Wellen ins Meer gerissen wird, als die jungen Leute dort mutwillig eine letzte Party feiern, steht symbolisch für einen Tanz am Rande des Abgrunds. Und er endet viele Jahre später damit, dass Shyla sich von einer Brücke in den Fluß stürzt. An dieser Stelle beginnt der Roman. Er erzählt von der Flucht eines Mannes vor sich selbst und vor der Vergangenheit. Diese reicht zurück in die Zeit des Vietnamkriegs und in die Schrecken des Holocaust, aber sie ist auch verflochten mit der Geschichte des Lebens am Rande des Ozeans und einer wilden, unbezähmbaren Familie, deren Liebe Jack schließlich aus dem Schatten von gestern befreit.
Fazit: Das Buch erzählt von einem Mann, der seine Frau verloren hat und mit seiner Tochter nach Italien zieht, um dort ein neues Leben zu beginnen. Jedoch holt seine Vergangenheit ihn ein mit Krieg und Holocaust. Ein Roman der Vergangenheit vermischt mit der Gegenwart.
Theos Reise
von Catherine Clément
Der Roman einer Weltreise, zu der der vierzehnjährige Theo überraschend von seiner Tante Marthe eingeladen wird. Sie führt ihn zu den Entstehungs- und Wirkungsstätten der Religionen der Welt - nach Jerusalem, Kairo, Rom, Delhi, Jakarta, New York, ... Theo erlebt traditionelle Mythen und Bräuche, wohnt Gottesdiensten und Geisterbeschwörungen bei und hört von den widerstreitenden Glaubensbekenntnissen der Kirchen und ihrer vielfältigen Richtungen und Abspaltungen. Unvoreingenommen durchschreitet Theo einen weiten geistigen Horizont und findet seinen eigenen Weg.
Fazit: Ein sehr faszinierendes Buch, in dem man viele Einblicke in die verschiedenen Religionen dieser Welt bekommt. Nicht nur die verschiedenen Ideen des Glaubens werden anschaulich vor Augen geführt, sondern auch die Suche nach der göttlichen Kraft.













